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Pilotprojekt – Solarcontainer für Mourdiah in Mali, finanziert über die bettervest Crowd

 

Die Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG hat mit der Crowdfunding Plattform bettervest den ersten Solarcontainer als Mietkaufmodell via Crowdfunding finanziert. Gemeinsam mit gespendeten LEDs von Lumindo und zwei Kleinwindanlagen von FuSystems SkyWind UG soll das Dorf Mourdiah in Westafrika mit Strom und Licht versorgt werden. Die benötigte Gesamtsumme für die Realisierung des Projektes betrug 107.700€. Das Solarcontainer-Projekt bietet den Investoren eine jährliche Verzinsung von 9% über eine Laufzeit von 7 Jahren. Derzeit (Mai 2015) befindet sich der Container in der Endfertigung, Aufbau und Inbetriebnahme in Mali ist für Juli 2015 geplant.

Der Solarcontainer wurde von der Duisburger Firma Multicon Solar GmbH & Co. KG unter anderem für die Bundeswehr entwickelt. Derzeit befindet sich ein Prototyp in Afghanistan im Einsatz. Das Projektteam der Firma Africa GreenTec hat gemeinsam mit Multicon das Konzept für die zivile Nutzung in Afrika weiterentwickelt und die exklusiven Vertriebsrechte für den afrikanischen Kontinent. Die Mobile Solarkraftwerke Afrika GmbH & Co. KG betreibt die Container in einem Mietkaufmodell als Teil des Vertriebsaufbaus. Abweichend von der Südausrichtung der Module, die wir aus Deutschland kennen, wird der hier finanzierte Prototyp in einer Ost-West-Ausrichtung konstruiert, da der Standort näher am Äquator liegt und so eine bessere Ausnutzung des Sonnenstrahlung möglich ist. Der Solarcontainer/ die Anlage kann innerhalb von ca. einer halben Stunde auf- und abgebaut werden, wodurch man sie gut gegen auftretende Sandstürme schützen kann.

Bisher werden in Orten wie Mourdiah alte Dieselgeneratoren zur Stromproduktion eingesetzt. Der hierdurch erzeugte Strom kostet aktuell mind. 0,40 €/kWh – eine jährliche Preissteigerung von 6% ist wahrscheinlich und von den Fachenergieberatern prognostiziert (was über zehn Jahre zu einem mittleren Energiepreis von 0,55€/kWh führen wird) und verschmutzt, neben der enormen Lärmbelastung, die Umwelt durch ungefilterte Emissionen.

Mobile Solarkraftwerke Afrika übernimmt die Finanzierung, Steuerung und das Management des Projektes von Deutschland aus. Der deutschsprachige Servicepartner Africa GreenTec SA in Westafrika kümmert sich um Betrieb und Wartung der Anlage und erhält hierfür 2.400€ jährlich. Zwei vor Ort ausgebildete Servicemitarbeiter übernehmen den First Level Support und sorgen für die Sicherheit, sowie die Säuberung der Paneele und den Schutz des Objektes. Die Serviceleitung überprüft die Anlage per Fernwartung und übernimmt bei Bedarf den Second Level Support vor Ort. Somit findet auch ein Know-how-Transfer in die Region statt, was ein wichtiger sozialer Bestandteil des Projektes ist.

Die Dorfgemeinde zahlt über den Servicepartner jährlich 21.600 € für die Nutzung der Anlage im Mietkaufverfahren sowie die obigen 2.400€ für die Wartung und Service des Solarcontainers. Würde das Dorf dieselbe Menge Strom, die der Photovoltaik-Container produziert, mit Dieselgeneratoren produzieren, so würde das Dorf im Mittel über zehn Jahre (bei Annahme eines Dieselpreises von 1,19€ je Liter, Wirkungsgrad der Generatoren von 30%, Energieinhalt des Diesel von 9,744 kWh je Liter Diesel, 6% Energiepreissteigerung) eine Summe von 25.706,54€ ausgeben müssen. Dieselgeneratoren benötigen auch Wartung, was mit 0,03€ je produzierte kWh Strom angenommen werden kann. Wenn man somit die jährlichen Kosten einer Stromproduktion mittels Dieselgeneratoren und Photovoltaik im Dorf vergleicht, spart das Dorf durch die Maßnahme über die zehn Jahre im Mittel 3101€ pro Jahr. Es ist davon auszugehen, dass nicht 100% des produzierten Photovoltaikstroms bei den Endnutzern ankommt durch Verluste in der Leitung, Wartung und Verschmutzung der Module. Dem stehen ähnliche Verluste der Dieselgeneratoren entgegen. Durch die Spende von LED Lampen und von zwei Kleinwindanlagen, die ebenfalls Strom produzieren werden, ist stark davon auszugehen, dass das Dorf Energiekosteneinsparungen in benannter Höhe haben wird.

Ortsbegehung in Mourdiah - Mali mit Ex-Präsident Dioncounda Traoré

Ab dem elften Betriebsjahr überlässt die Projektgesellschaft der Dorfgemeinschaft außerdem den Solarcontainer/ das Solarkraftwerk mietfrei. Das bedeutet, dass die Gemeinde mindestens weitere zehn bis 15 Jahre Strom erzeugen wird und das, abgesehen von etwaigen Wartungskosten, kostenfrei! Da das Geschäftsmodell des Projektinhabers jedes Jahr weitere Standorte entwickelt, wird die Dorfgemeinschaft auch nach der Auslösung der Investoren, weiter von der Servicegesellschaft betreut.

Die lokale Servicefirma und Dorfgemeinschaft werden eine Schulung vom Hersteller Multicon erhalten und unterstützt werden, die produzierte Strommenge soweit wie möglich ohne Verteil- und Abnahmeverluste nutzen zu können, da die beinhalteten Batterien haben nur eine begrenzte Kapazität: durch die Schulung soll sichergestellt werden, dass der Lastverlauf dem Produktionsverlauf der Photovoltaikanlage entspricht.

In afrikanischen Dorfgemeinschaften spielen sogenannte Dorfchefs eine wichtige Rolle. Gerade in dörflichen und ländlichen Regionen wie Mourdiah besitzen die Familien der Dorfchefs, die einer Erblinie folgen, den größten Einfluss. Das Wort oder der Vertrag mit dem Dorfchef ist daher Gesetz und die höchste Autorität. Im Falle von Mourdiah wurde der Vertrag mit Dorfchef Sékouba Diarra geschlossen. Dieser wird die Verteilung des Stroms und Abrechnung des Verkaufs der Stromeinheiten übernehmen und verantworten. Zusätzlich konnte der ehemalige Präsident von Mali, Dioncounda Traoré als Schirmherr gewonnen werden. Präsident Dioncounda Traoré ist in der Region aufgewachsen und unterstützt das Projekt seit der Planungsphase tatkräftig.

Künftig plant Africa GreenTec SA auch die Entwicklung von Prepaid-Modellen, so dass die Distribution des Stroms direkter und unmittelbar erfolgen kann.

Aufgrund der mobilen Containerbauweise können die Solarcontainer im Falle eines Risikos oder eines Rückzahlungsausfalls sofort mit einem normalen Truck wegtransportiert werden. Dies stellt eine größere Sicherheit für den Projektinhaber und somit der Investition dar.

Das (Pilot-) System ist mit Modulen der Firma aleo Solar GmbH, mit den Wechselrichtern SMA Tripower 1200TL-20 und SMA 1500TL-10, den Inselwechselrichtern SMA Sunny Island 6.0 und den Batterien SF-LFP300AHA der Firma Sistemi Fotovoltaici Srl. für den Energiespeicher ausgestattet. Das System wird in einer vollintegrierten Containerlösung der Firma Multicon Solar GmbH & Co. KG realisiert werden. Die DC-Gesamtleistung der Anlage beträgt 29,58 kWp. Es handelt sich also hierbei um eine echte Photovoltaik-Insellösung, die sogar mobil ist.

In Kooperation mit der FuSystems SkyWind UG aus Langenhagen wird das mobile Solarkraftwerk zusätzlich mit zwei Kleinstwindanlagen vom Typ “SkyWind” ausgerüstet. Diese Anlagen steuern zusätzlich bis zu 2 kW an Leistung bei. Gemeinsam mit dem Gründer und Preisträger von “Deutschland Land der Ideen” werden die Steuerung und die Anlagen für die mobilen Solarkraftwerke anhand der künftigen Messdaten optimiert und dann bei künftigen Projekten und Standorten auch Teil der Konzeption und Berechnung sein. Insbesondere nachts helfen diese Anlagen die Speicher zu entlasten.

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